Einfachluxuriös

Wer sich noch an die SRF Sendung “einfachluxuriös” erinnern kann, der weiss, wie unterschiedlich sich ein Land erleben lässt aufgrund des Budgets. Reisen bedeutet sich fortzubewegen. Welches Mittel man dafür wählt, macht den Unterschied aus.

Am allerliebsten sind wir mit unserem eigenen Fahrzeug unterwegs. Am zweitliebsten mit einem Mietwagen. Wenn das nicht geht wirds kompliziert. Öffentliche Verkehrsmittel werden gerne zur Zeit- und Platzfrage. Ein- und ausladen von Gepäck, Reissäcken, Hühnern und was man sonst noch so transportiert braucht Zeit. Die Platzfrage formulieren wir mal so: wieviele Personen passen maximal in ein Fahrzeug und wieviel Platz bleibt da fuer mich? Im Land wo selbst Seifenkisten auf der Strasse verkehren gibt es für Touristen hauptsächlich zwei Fortbewegungsmöglichkeiten: Taxi-Prousses oder ein persönlicher Driver.

Taxi-Prousses sind Minivans, welche in Europa etwa 15 Personen transportieren würden, in Madagaskar aber locker 20 bis 30 Personen reinpassen. Kinder und Bébés zählen nicht. Hühner, Truthähne und so richtig viel Gepäck wird aufs Dach geschnallt. Abgefahren wird erst, wenn das Fahrzeug voll ist. Eng beieinander, kuschlig, mit Céline Dion Geträllere werde da gekonnt und immer schön speedy Schlagloch um Schlagloch umkurvt. So die Backpackerlegenden. Die noch sehr presenten Erinnerungen an unendliche Bus- und Zugfahrten in Sri Lanka und die beschränkte Reisezeit von zwei Wochen haben uns davor verschont. Wir entschieden uns diesesmal fuer die Luxusvariante.

Wir haben uns also einen persönlichen Express gechartet. Rolland fuhr uns von Nationalpark zu Nationalpark. Madagaskar ist 1580 km lang und 570 km breit und damit grösser als seine alte Tante Frankreich oder in anderen Worten zweieinhalb mal so gross wie das Vereinigte Königreich. Wir haben uns in den zwei Wochen rund 1000 Kilometer südwärts und dieselbe Strecke wieder hoch brettern lassen. Somit konnten wir einen kleinen Bruchteil der Grande Ile sehen.

Abgesehen vom Komfort ohne langes Umgesteige direkt an unsere Destinationen kommen, stelltem wir fest, dass man eben deshalb mit den Leuten weniger in Kontakt kommt. Man muss sich weder durchfragen für die nächste Etappe, noch Unterkünfte selbst suchen und sogar Restaurants werden vorgeschlagen. All das kriegt man serviert während man das Land im Vorbeifahren durchs Autofenster erlebt.

Das Schönste am Luxuriösen ist dafür eine Person über mehrere Tage kennen zu lernen, also den Fahrer, und jemanden zu haben, dem man alle Fragen stellen kann. Rolland lud uns ein den letzten Abend bei seiner Familie zu verbringen. Seine Frau Sylvie verwöhnte uns mit Rum arrangé vom Feinsten und wir wurden bekocht und gemästet. Die selbst Linienbewusste liess Eva auf Nachschlag verzichten während bei Nick keine Ausrede galt. Unser Flug ging um drei Uhr früh, weshalb sie uns nach dem Festschmaus anbot, bei ihr zu duschen. Es gäbe sogar heisses Wasser. Yippie, duschen wie zu hause. Zwei Kübel, einer mit kaltem und der andere mit kochend heissem Wasser, tatens dann auch. Die Mischung etwa 80:20 kalt und heiss stellte sich nach einigen Fehlschlägen als angenehm heraus.

Die Hauptstadt Antananarivo oder einfacher: Tana.
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Unterwegs in Tana.

Die Kathedrale von Antsirabe.

Les rizières soweit das Auge reicht.

Vollgas unterwegs in der Seifenkiste.
Pousse-pousse ist ein beliebtes Transportmittel in Dörfern, wo Menschen wie Pferde eingespannt werden. Der Name stammt aus der Kolonialzeit, als die Franzosen ihre Zieher mit “poussepousse” anfeuerten.
Eine der Strassengefahren: Zébus.
Tägliche Arbeit auf dem Lande.
Dieser kleine Barista röstet Kaffeebohnen.
Eines der Wahrzeichen Madagaskars: die Baobab Bäume.
Ein Baobab in voller Pracht.

 

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