Lotus Hill: da wo’s einfach gut ist

Auf Lotus Hill leben 20 Jungs mit geistigen und körperlichen Behinderungen. Über die Weihnachtstage sind die meisten der Jungs zu hause bei ihrer Familie. Wir nutzen die Woche, um für sie das Haus neuzustreichen.

Nicht alle haben allerdings Familie. So bleiben drei Jungs mit uns auf Lotus Hill. Wir sind froh um die tüchtigen Helfer bei den Malarbeiten. Lakhmal hilft mit eigenem Pinsel und Streichgeschick. Kumara motiviert mit seinem ansteckendem Lachen und weist uns darauf hin, wo wir noch nicht gemalt haben und was es noch zu tun gibt. Jedes Team braucht nun mal einen guten Boss.

Lakhmal 
Lakhmal war der erste Junge auf Lotus Hill. Der kleine, kräftige Cricketfan trägt einen grossen Rucksack mit sich. Lakhmal wurde von seinem Stiefvater misshandelt. Als dieser 2009 zu Gefängnisstrafe verurteilt wurde, konnte seine Mutter alleine nicht zu ihm schauen. Das Gericht entschied zu seinem Wohl einen Dauerplatz auf Lotus Hill zu verwirklichen. Er liebt sein heutiges Zuhause.
Der 19-jährige liebt es den Erwachsenen zu helfen. Es freut uns sehr, dass Lakhmal einen Ausbildungsplatz in einer Metallfabrik unweit des Heims bekommen hat. Die Jungs auf Lotus Hill bleiben bis sie ungefähr 20 Jahre alt sind. Dann wird versucht, für sie einen Platz in der Gesellschaft zu finden. Lakhmal darf auf Lotus Hill wohnen bleiben und wird jeden Tag mit dem Tuktuk zur Fabrik gefahren.

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Kumara 
Kumara ist der andere unserer tüchtigen Helfer. Der schätzungsweise 16-jährige strahlt und lacht viel. Mit Kumara ist es weniger einfach zu kommunizieren, aber wir verstehen uns doch. Seine Wörter auf Englisch sind “ok” und “looking”. In Singhalesisch sei es ebenfalls nicht leicht ihn zu verstehen. So konnte man, als man Kumara vor etwa zwei Jahren alleine an einer Bushaltestelle auffand nicht herausfinden, woher er kam. Er wurde vermutlich ausgesetzt. Die Polizei steckte ihn kurzerhand ins Gefängnis. Da war er für drei Monate. Es hat niemand zu ihm geschaut, nicht dafür gesorgt, dass er gewaschen wird oder seine Kleider gereinigt wurden. Seine Zähne waren schwarz. Heute merkt man ihm all das nicht mehr an. Er strahlt. Man hat versucht, seine Eltern ausfindig zu machen leider ohne Erfolg. Die Betreuer von Lotus Hill gingen mit ihm regelmässig für einige Stunden zu eben dieser Bushaltestelle, in der Hoffnung, Kumara erkenne Passanten. Seine Herkunft und sein Alter bleiben ein Rätsel.

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Suchan
Der dritte Junge, der über die Feiertage auf Lotus Hill bleibt, ist Suchan. Seine Mutter ist an Krebs erkrankt und wurde vor kurzem operiert, weshalb er über die Feiertage nicht nach Hause kann. Suchan scheint die ersten Tage sehr traurig. Der Taubstumme dreht jeden Tag seine Runden. Er wandert durchs ganze Haus und legt täglich bestimmt einige Kilometer zurück. Wenn er nicht rumläuft, dann liegt er meist neben dem kleinen Buddhatempel auf dem Boden. Die letzten Tage ist er ein wenig aufgetaut. Er fängt plötzlich an zu lachen, läuft seine Kilometer etwas schneller ab, kommt auf einem zu, schaut einem an und was ihn wirklich interessiert sind Getränke. Er versucht uns regelmässig die Wasserflasche wegzunehmen. Er trinke alles was er finde. Flüssigkeiten wie etwa Benzin werden sicher verstaut auf Lotus Hill.

Dana oder wenn Menschen geben
Dana ist sowas wie privat organisiertes Catering in wohltätigem Gedanken. Dorfbewohner bringen Lebensmittel und Gerichte an Geburtstagen, Feiertagen, an Todestagen und anderen wichtigen Jahrestagen nach Lotus Hill. In mit Essen gefüllten Autos kommen sie an und tragen kübelweise Reis, Curry, Glacé und Vieles mehr ins Haus. In einem gemeinsamen Gebet wird den Spendern gedankt und Buddha bekommt auch seine Portion. Mit drei Mahlzeiten pro Tag braucht die Schule über 900 Dana Spenden pro Jahr. Nach sechs Jahren konnten über 500 jährlich wiederkehrende Spender gefunden werden. Die Essenplanung braucht viel Organisation. Alle Spender sind ordentlich in einem Buch festgehalten.

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Rund um die Uhr wird das Heim von sechs Mitarbeitenden betreut. Die drei Betreuer, die über sich selbst sagen, wie Väter für jeden einzelnen der Kinder zu sein, schauen nebenbei zum Garten, zum Haus und zum TukTuk. Die drei Betreuerinnen zaubern das beste Essen des Landes. Shantha der Heimleiter kümmert sich nicht nur um die Öffentlichkeitsarbeit und damit um die Gewinnung von neuen Danaspendern sowie um die Koordination mit der Schweiz, er kommt auch mindestens täglich vorbei. Die vier Lehrerinnen unterrichten die Jungs fünf Tage die Woche und haben dabei die nicht ganz leichte Aufgabe auf die vielen verschiedenen Fähigkeiten der zwanzig Kinder einzugehen.
Wir dürfen nicht nur mit den Kindern wunderschöne zehn Tage auf Lotus Hill erleben  auch die Mitarbeitenden kennenzulernen und mit ihnen zu arbeiten ist eine Freude. Die Geduld, das Selbstverständnis und die Hingabe, welche diese sechs Menschen jeden Tag ihrer Arbeit entgegen bringen beeindruckt uns sehr. Die letzten Tage auf Lotus Hill sind wieder alle Kinder aus ihren Ferien zurück und der Schulalltag beginnt.

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Willst du was Gutes tun?
Wer von euch den Vorsatz gefasst hat, 2016 Gutes zu tun, der ist beim Projekt Lotus Hill am richtigen Ort. Sowie alle andern übrigens auch. Spenden sind herzlich willkommen. Zum Beispiel wünschen sie sich eine neue Waschmaschine. Hier findet ihr alle Informationen dazu, wie ihr euch engagieren könnt.

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