Begegnungen

Nach einigen Tagen in Belgrad gehts weiter südlich in den Kosovo. Die Strasse verschlechtert sich ab Niš bis zur kosovarischen Grenze. Wir kommen nach der holprigen Fahrt erschöpft in Pristina an. Den Bus auf einem bewachten Parkplatz hinter dem Stadion parkiert (9 Stunden für 1 EUR, 2 EUR für unendlich) gehen wir für Toilette in die Stadionkneipe nebenan. Da werden wir von einem Polizisten herzlich empfangen und zu Kirschensaft eingeladen. Naser, der Polizist, lebte einige Jahre in Deutschland und kehrte nach dem Krieg zurück. Er erzählt uns über Pristina, das Land und die Kultur. Der Kosovo habe Europa und allen voran der Schweiz und Deutschland soviel zu verdanken, da müsse man zurück geben, was man könne. Als wir uns verabschieden gibt er uns seine Telefonnummer, falls wir weitere Fragen haben oder in irgendwelche Schwierigkeiten geraten sollten.

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Glücklich über die nette Bekanntschaft gehen wir die Stadt erkunden. Da heute das EM-Qualifikationsspiel Schweiz gegen Slovenien stattfindet suchen wir ein Lokal, wo wir das Spiel schauen können. Der Besitzer Xherdan (wir haben leider vergessen ihn nach dem Namen zu fragen und nennen ihn hier mal so) freut sich über den Schweizer Besuch in seinem Imbiss. Schliesslich spielen ja fünf Kosovaren für unsere Nati. Wir erfahren hier auch mal wie deren Namen richtig ausgesprochen werden und müssen feststellen, dass das der Beni Turnheer doch nicht so gut kann. Xherdan freut sich mit uns über den 2:2 Ausgleich und spendiert uns zwei Espressi. Beim 3:2 Siegestreffer jubelt das ganze Lokal. Wir werden mit Handschlag und einem freundlichen “Hopp Schwiz” verabschiedet.

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Zum Frühstück gehen wir zur Bäckerei. Gemütlich sitzen wir bei Burek und Yoghurt als der Bäcker uns in seine Backstube winkt. Wir lernen wie man Burek macht. Deva war bis vor Kurzem Bäcker in Kilchberg ZH. Heute steht er in Pristina 18 Stunden pro Tag in der Backstube für 400 Euro im Monat. Freie Tage gibt es nicht. Es sei dennoch schön, wieder zurück im Kosovo zu sein. Er vermisse aber den Zürisee und Käsewähe. Der Kaffee geht wieder aufs Haus.

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Unsere erste Panne: ein kaputtes Vorderlicht. Obwohl Nick, der Automech, das auch selbstgekonnt hätte, ist der Parkingboy in Prizren nicht davon abzuhalten, das Licht gleich auf der Stelle zu reparieren.

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Zur Feier des letzten Abends im Kosovo fahren wir für ein traditionelles Znacht nach Ferizaj. Im Restaurant wird kein Deutsch oder Englisch gesprochen. Zum Glück kommt uns Ruzhdi vom Tisch nebenan zu Hilfe und bestellt für uns. Nach einer kurzen Unterhaltung lädt er uns zu sich nach Hause ein. Er versteht nicht, wie man in einem Bus übernachten kann und besteht darauf, uns in seinem zweiten Apartment unterzubringen. Die Wohnung ist komplett eingerichtet und steht für seinen 14-jährigen Sohn und dessen zukünftige Familie heute schon bereit, um in einigen Jahren bezogen zu werden. Frühstück und eine Stadtführung sind inklusive.

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Danke Mirjeta für deine super Tipps (insbesondere das Restaurant)! Wir hatten eine wunderschöne Zeit in deiner Heimat – aus einem geplanten Tag wurden vier.
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