Weisst du woher Dracula kommt?

Rumänien soll gefährlich sein und Wildcamper werden regelmässig überfallen. So erfahren wir bei unseren spärlichen Recherchen im Internet. Wir wollen bei unserer ersten Übernachtung auf Nummer sicher gehen. Zumal es auch weder “nicht stinkende” Flüsse noch Seen gibt. Bei unserem ersten Halt in Sibiu entscheiden wir uns dafür, nach einem Campingplatz zu suchen. Den, welcher ausgeschildert ist, gibt es nicht mehr. Das erfahren wir am Ziel. Unser Navigations-App “here” (auf welches sonst übrigens Verlass und dazu noch kostenlos ist – thank you for the tip Dad) gibt noch einen anderen Zeltplatz an. Aber auch der ist nirgends. Wir erkundigen uns beim nächsten Hotel. Das scheint wohl die Lieferadresse des Campings zu sein. Es ist 10 Uhr abends, wir beide hungrig (und wer uns gut genug kennt, weiss was das bedeutet). Wir fragen, ob sie denn einen Parkplatz haben. Ja, das haben sie. Wir dürfen da schlafen und sobald die ersten Gäste verreist sind in deren Zimmer duschen, meint die ältere nette Dame in fliessendem Rumänisch. Wir fast ebenso fliessend: “ähhhm Mersi”. Sie stellt uns im Restaurant nebenan vor – wohl als Ehrengäste. Wir bekommen die grösste Aufmerksamkeit und noch einen Schnaps zur Verdauung. Obwohl wir weder Hirn auf Toast, Kuttelsuppe noch Stierhoden von der Karte bestellt haben, freuen wir uns über das “Verdauerli”.

Rumänien kurz zusammengefasst geht irgendwie nicht. Zum einen ist da der allgegenwärtige Glaube, dann die Fahrweise und die Sprache erinnert an Italienisch und Rumantsch mit einem Schuss Slawisch (capisc?).
Also zum Glauben: die Rumänen sind christlich-orthodox. Die meisten Kirchen scheinen aus der Sowjetzeit zu stammen. Sie sind nicht zu übersehen, im kleinsten Dorf ebenso riesig und das Innere lässt einen leer schlucken. Täglich wird zur Kirche gepilgert, das Bekreuzigen reicht bis zum Boden und Abbilder werden geküsst. An den Frontschreiben der Autos kleben so viele Kreuze wie es eben Platz hat, um noch was zu sehen.
Die Fahrt durch Rumänien ist wie eine Zeitreise. Unser Weg führt durch unzählige kleine Ortschaften mit wunderschönen, gepflegten Gärten und Innenhöfen. Eine Autobahn gibt es nur teilweise, der Rest wird erst gebaut (Angela sei Dank). Die Gefahren auf Strassen sind Kutschen, Schlaglöcher, wilde Hunde und Autofahrer aka “Romaniacs”. Sie sind ungeduldig und kein Überholmanöver scheint ihnen zu gefährlich. Am Radio trällern dazu 80-er/90-er Hits. Wir singen mit.
Die Sprache klingt vertraut, geschrieben sogar verständlich. Die Strassenschilder sind teilweise auf Deutsch. Rumänien ist noch nicht lange was es ist. Lange gehörten Teile von Transylvanien zu Österreich-Ungarn oder sogar das ganze Land zur Sowjetunion. Woher das Italienische kommt und was das Land mit dem Engadin zu tun hat, bleibt uns ein Rätsel.

Rumänien ist aber eigentlich für etwas ganze anderes berühmt: für seinen Nationalhelden “Dracula”. Die Sage Dracula’s spielte in Transylvanien zwischen düsteren Bergen und mystischen Wäldern. Unsere Reise folgte Graf Dracula’s Schritten. Die hügeligen Landschaften blieben dabei lieblich. Ebenso stellten wir uns Rumänien arm, gefährlich und mit Kinderheimen an jeder Ecke vor. Wir lernten aber herzliche Menschen kennen, die aus Nichts Wunderschönes schufen. Armut erlebten wir nur an sehr wenigen Orten.

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Christlich-orthodoxe Kirchen in Sighisoara (oben), Timisoara (rechts) und irgendwo unterwegs (NB inkl. Kutschethumb_IMG_7476_1024In den Kirchen: mehr Gold und Malereien als irgendwo

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Nicht nur Gott sondern auch andere Mächtige haben ihre Mauern erbaut, Festung Rasnov…

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…sowie auch die Regierung, Piața Unirii in Timisoara.

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Wo Graf Dracula zur Welt kam, Sighisoara…

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…und wo er einige Nächte verbrachte. Das Schloss Bran diente auch zur Inspiration für Bram Stroker’s Roman “Dracula”.

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Dracula lebt und erwischte auch Eva #welovedracula #showyourfangs #elvislebt.

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2 thoughts on “Weisst du woher Dracula kommt?

  1. Eva, Nicolas, super spannend, die Bilder sind genial, perfekt in Szene gesetzt. Bin schon gespannt auf den nächsten Eindrücke von Transilvanien und den Karpaten.
    lg Rahel

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